Das historische Fahrerlager aus dem Jahr 1927 wird erneut zum besonderen Anziehungspunkt der Nürburgring Classic 2026. Der authentisch erhaltene Gebäudekomplex mit seinen markanten Wellblech-Fronten gilt als eines der letzten originalen Zeugnisse der frühen Rennstreckengeschichte und vermittelt bis heute den Geist der Pionierzeit des Motorsports.

Auch 2026 werden hier rund 100 Fahrzeuge der Baujahre 1916 bis 1949 erwartet. Im alten Fahrerlager am Eifelkurs beginnt für Teilnehmer und Besucher eine eindrucksvolle Zeitreise, die die Ursprünge des Nürburgrings unmittelbar erlebbar macht. Bereits beim Betreten der Anlage entsteht eine Atmosphäre, die den historischen Charakter der Strecke spürbar werden lässt.

 

Ursprung der Rennstreckengeschichte am Nürburgring

Das alte Fahrerlager war von Beginn an das Herzstück von Deutschlands erster Gebirgs-, Renn- und Prüfstrecke. Mit dem ersten ADAC Eifelrennen im Juni 1927 wurde hier die Geschichte des Nürburgrings offiziell eröffnet. Noch ohne vollständigen Asphaltboden diente das Gelände als zentrale Arbeits- und Vorbereitungszone für Teams, Mechaniker und Fahrer.

Die heute noch vorhandenen Garagenfronten stammen original aus dieser Zeit und wurden seit 1927 nicht ersetzt. Trotz zahlreicher Reparaturen und Anstriche sind sie in ihrer Struktur erhalten geblieben und gelten als einzigartiges technisches und architektonisches Zeugnis der frühen Motorsportgeschichte.

 

Vorkriegsfahrzeuge und legendäre Marken im Einsatz

Im historischen Fahrerlager treffen sich auch 2026 zahlreiche Vorkriegs- und frühe Nachkriegsfahrzeuge, die den Geist der Rennsportpioniere verkörpern. Dazu zählen Mercedes SSK, Bugatti, MG, Wolseley Hornet, Riley, Lagonda, Bentley, Alfa Romeo, Jaguar 100 SS sowie die legendären Veritas-Modelle der frühen Nachkriegszeit.

Die Vielfalt der Marken und Nationen ist dabei ebenso beeindruckend wie die technische Bandbreite. Fahrzeuge von Alvis, Frazer Nash, Delage, Aston Martin sowie BMW-Modelle wie 315, 319 und 328 stehen nebeneinander im historischen Ambiente. Auch britische Hersteller wie Morris und Rover sind regelmäßig vertreten.

 

Gemeinschaft, Fahrkultur und Nordschleifen-Erlebnis

Ein besonderes Highlight ist der stark wachsende Zusammenschluss der Wolseley Hornet Fahrzeuge, die als „Hornissenschwarm“ mit kompressorgeladenen Motoren für Aufmerksamkeit sorgen und sportlich wie sympathisch auftreten. Das Treffen ist geprägt von offener Fahrkultur, Austausch und direkter Begeisterung für Technikgeschichte.

Die Teilnehmer des Classic Drivers Club stehen Besuchern jederzeit für Gespräche und technische Einblicke zur Verfügung. Häufig ergeben sich sogar spontane Begegnungen mit Mitfahrgelegenheiten oder Probefahrten. Der Club organisiert das Treffen seit über 15 Jahren und fördert gezielt den Kontakt zwischen Generationen.

Ein fester Bestandteil des Programms sind zudem Fahrten auf der Nürburgring Nordschleife. Die 21 Kilometer lange Strecke durch die Eifel gilt als anspruchsvolles Asphaltband und bietet für Vorkriegsfahrzeuge eine außergewöhnliche Kombination aus Herausforderung und Fahrgenuss – ein authentisches Erlebnis historischer Motorsportkultur.